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Angela Preusz

Der Grüne Strom in Jülchendorf

Digitale Grafik_Gruener Strom
Zyclus Gruener Strom_HeimatDieIchEgoMeine 2010| virtuelle Malerei | 80 x 80 cm | Giclée-Druck auf Hahnemühle | 350,- €

Kontakt

ANGELA PREUSZ

NETART |
MALEREI_virtuell und kontextual |
ENVIRONMENTS_pleinair
PROJEKTE_analog und digital basiert |
WORKSHOPs_Upcycling gegen Verschwendung |

apreusz@web.de
www.angelapreusz.de
KUNSTRAUM Jülchendorf
19412, Hauptstraße 8
T. 038486.33959

Anja's Baum 1/7000 | Rotbuche im Schlosspark Bothmer 2020 | GPS 53°, 96′, 13″ N 11°, 15′, 65″ E
Anja's Baum 1/7000 | Rotbuche im Schlosspark Bothmer 2020 | GPS 53°, 96′, 13″ N 11°, 15′, 65″ E

Ausstellung TRANSmarginale_Stadt trifft Land

Ausstellung Mestlin
Magisches Quadrat

Liebste Gitta,

die Zeit hat lange Beine + die TRANSmarginale scheint schon so fern. Leider habe ich noch keine Fotos erhalten (zwar schon mal nach gefragt), aber sie werden kommen, da bin ich mir sehr sicher. Alle sind mit sich und ihren Gedanken beschäftigt und wir hier im Hinterniemannsland gehen wohl noch verstörter mit all den Gewaltätigkeiten um, als die armen Menschenmassen in den Städten.

Was mir Angst macht, ist die Angst der Menschen hier in meinem Umfeld. Sie kaufen sich Waffen mit dem kleinen Waffenschein und fordern die Todesstrafe. Mir Macht Angst, das ich Bedenken entwickele meine Meinung zu sagen. mir macht Angst, das Biedermann und die Brandstifter ihrer emotionalen Logik Taten folgen lassen. Mir macht Angst, das kollektive Angst zum Motor politischer Entscheidungen wird, dass Politiker Gesetze auf grund von Tagesgeschehen machen, mir macht Angst, dass Politiker den Blick für unsere Gesellschaft nicht entwickeln können, weil sie, die ewig Gestrigen, an Bayreuth und der Moral Wagnerscher Dramen gebunden sind. Es ist als ob all die wichtigen Menschen einer aufgeschlossenen, menschenzugewandten Gesellschaft nicht mehr zu Wort kommen. Selbst die ZEIT, Der SPIEGEL sind zu unerträglichen Angstschürer-Medien degradiert unter dem Deckmäntelchen angeblich seriös recherchierenden Reportern. Aber noch haben wir Medien, auch wenn sie von den 'seriösen Medien' als unseriös diffamiert werden, bei denen die Aufmerksamkeit auf dem liegt, was wirklich zum Fürchten ist: Die absolute Verelendung in Nigeria, Sudan, Mali, die Katastrophe, die sich im Niger zusammenbraut, dem ärmsten Land dieses Globus. Wir haben Angst vor psychotisch handelnden Fanatikern, aber vor der Angst der Ärmsten der Armen fürchten wir uns nicht.

Peter Scholl-Latour hat diesen ganzen Wahnsinn, der mit einer inneren Logik abläuft, aufgezeigt. Aber immer noch will weder Otto Normal noch die neo-feudalen Fürsten aus Politik und Kapital begreifen, dass eine globalisierte Welt auch eine globale Empathie braucht. Ach meine Liebe, was können wir tun?  Wir sollen mit Herz und Kreativität aufeinander zugehen, lachen und feiern mit allen Frauen dieser Welt, wir sollen Zeichen setzen gegen den mörderischen Wahnsinn der Doktrien. Liebes und glückliche Stunden im Kreise deiner Liebsten. In Gedanken bei dir. Deine  ap 

 

Am 20.12.2016 um 12:52 schrieb Gudrun Brigitta Nöh:

Liebe Angela,soeben bin ich in Gedanken vertieft, frage mich was treibt Menschen zu furchtbaren Untaten .... Und umso mehr ist unsere Arbeit sinnvoll und wichtig, wenn wir auch manchmal müde sind von dem ewigen Ringen und Organisieren - nur, was ist das im Vergleich ..... Habe noch einmal Dank für Deine Mestlin-Ausstellung. Sie hat ein Zeichen gesetzt.Ich hoffe, liebe Angela, Du hast Fotos bekommen, auch von Rainer von meiner Installation.Für Dich und Deine Familie und Allen, die Dir wichtig sind, eine gute Weihnacht und ein Neues Jahr mit Liebe und Frieden in und um uns herum.Deine Gitta

Projekt MAILTO_Dendron und Homo Sapien im Gespräch

Umsetzung | Projektrealisation

  1. Einleitung | Die Protagonisten
  2.  Mein Beitrag
  3. Artist’s Statement und Widmung an Beuys

 

1.| Einleitung | Die Protagonisten

 Das Lebewesen Baum (griech.: Dendron) und der „verstehende, verständige“ auch „weise, gescheite, kluge, vernünftige Mensch (lat.: Homo sapien),

Dendron und Homo Sapien, sie sind die Protagonisten, die aufgefordert sind miteinander zu kommunizieren.

„Wir sind die Vorfahren der Zukunft. Was möchten wir an die Zukunft weitergeben. WAS willst du tun? WIE soll dein Vermächnis sein?“

 

Bäume sind Archive ihrer Umwelt, in ihren Jahresringen sind die Umwelt-Ereignisse, Klimaveränderungen ebenso wie Kriege u.v.m. gespeichert

Auf Grund ihrer längeren Lebenszeit haben Bäume mehr Ereignisse des Weltgeschehens ‚erlebt‘ als der Mensch .

Sie sind Zeitzeugen auf Kirchhöfen, Schutthalden, Bahnhöfen und wo auch immer, sie sind lebendige Geschichte im profanen und sacralen Umfeld des homo sapien und wir sollten das Wissen erkennen und nutzen.

Unser profane Alltag wird z.Z. bestimmt durch eine Pandemie deren Ende keiner von uns, auch nicht die Expertenwelt vorhersagen kann. Viele Menschen erleben sich handlungsblockiert was die Erfüllung ihrer Wünsche, Träume, ihrer Zukunftspläne angeht. Sie fühlen sich ihrer Freiheit beraubt, durch die pandemischen Gegenmassnahmen bedrängt und in ihrem Recht auf freie Entwicklung ihrer Persönlichkeit und freie Gestaltung ihres Lebens massgeblich ausgebremst.

Das das ‚Schneller, Höher, Reicher, Sorgenfrei’ nicht unbegrenzt zu haben ist, war vor 50zig Jahren bloß eine abstrakte Warnung des Club of Rome vor den Folgen der Wohlstandsgesellschaft, den Folgen des Klimawandels, aber nun bremst ein winziges, unsichtbares [in diesem Sinne abstraktes] Lebewesen diesen Lebensstil ‚ ‚Schneller, Höher, Reicher, Sorgenfrei’ aus und verursacht Angst, Existenzangst in allen Gesellschaftsschichten.

Aber es zeigt auch, das der Jetset-Mensch immer noch nicht bereit ist global und ganzheitlich zu denken.

 

Anders sehen

Dieser anthropogenen, egozentrischen Lebenserfahrung möchte ich einen anderen, ästhetischen Schwerpunkt entgegensetzen, den Fokus der Betrachtung vom Anthropo auf ‚Natur und Umwelt’ sowie auf ‚Mitmenschen und Mitwelt’ lenken.

 

  1. | Mein Beitrag: [interaktive Netart]

 

Seit der Dokumenta 7 wurden 7000 Beuys-Bäume gepflanzt. Mein Projekt „Dendron und homo sapiens im Gespräch“ pflanzt 2021 zum 100. Geburtstag Joseph Beuys 7000 Bäume ins Internet.
Mit Hilfe von GPS-Daten werden die Baumadressen bestimmt und Fotos und Geschichten der Bäume auf einer speziell dafür eingerichteten interaktiven Landcard/map kommuniziert.

Eine Einladungskarte fordert die Besucher auf ihren Baum zu suchen und zu besuchen, über Nachhaltigkeit zu philosophieren, eigene Formen der Kommunikation zwischen Mensch/Flora, Flora/Mensch zu entwickeln. [Besuche Bäume – philosophiere über Nachhaltigkeit – entwickel eigene Formen der Kommunikation zwischen Mensch/Flora, Flora/Mensch]

 

Mein Foto

Das Foto zeigt Anja's ‚Baum-Ahn‘. Sie ist eine sehr alte Buche. Als Auszeichnung erhielt sie ein Filz-Band mit den GPS-Koordinaten ihres Standortes: 53°, 96′, 13″ N 11°, 15′, 65″ E. Diese Inschrift kartografiert und bestimmt den Ort und wird gleichzeitig zur Aussage über die begrenzte Lebenszeit des Menschen und die Gleichgültigkeit der Natur gegenüber all unseren Versuchen mit ihr zu kommunizieren oder dauerhaft Spuren zu hinterlassen.

„Wir sind die Vorfahren der Zukunft. Was möchten wir an die Zukunft weitergeben. WAS willst du tun? WIE soll dein Vermächnis sein?“

 

  1. | Artist's Statement und Widmung á Beuys

 

Als Sozialplastiker, der die ökologisch nachhaltige Innovation erstmalig in der Kunst etablierte, ist Joseph Beuys für mich quasi in memorial Mentor und Schrittlenker.

Im Zuge von Klimakatastrophen und Ressourcenknappheit bekommt diese Ausseinandersetzung mit einer ökologisch motivierten Ästhetik einen absolut wichtigen Stellenwert in der Kunst. Sie trägt dazu bei sich in Corona-Zeiten ernst zu nehmen, das seelische und geistige Wohl pflegen, Wünsche und Ängste mitteilen; aber möglicherweise auch an die Klamotten-Näherin zu denken, die im fernen Asien die letzten Bäumchen verbrennen muss, weil unsere Welt unter einem Corona_Zwangs_Klamotten_Konsum_Versicht leidet, und sie ‚nur‘ gegen Corona und Existenznot ankämpft.

 „Ich habe den Zusammenhang zwischen dem Menschen und seinem viel grösseren Wesen immer als die wichtigste

Aufgabe der Kunst angesehen.“   Joseph Beuys

In diesem Sinne widme ich im Beuys-Jahr 2021 mein Projekt

dem Künstler Joseph Beuys zu seinem hundertsten Geburtstag

 

angela preusz, jülchendorf im januar 2020